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Unsere Geschichte
Phantastik und Abenteuer seit 1987


Etliche Jahre sind ins Land gezogen, seitdem der Trodox (TX) als Nachfolgefanzine des Pegasus (acht Ausgaben seit Juni 1987) von Klaus Lehnen gegründet wurde. Damals war es noch ein echtes Egozine. Aus dieser ersten Zeitepoche stammt auch eine Fanzinographie zum Trodox. Sie erschien vor der Nummer sieben und doku-mentiert den Zeitraum vom auslaufenden Pegasus bis zum Trodox Nummer 6. Die 44 Seiten waren vollgestopft mit Interviews, Briefen, Kritiken und statistischen Daten zum TX. Gegliedert war der Großteil in Form einer Chronologie, die 1988 startete. Während das Heft damals wie eine große Selbstbeweihräucherung wirkte, dürfte es heute eher als normal durchgehen, wenn man sich die zahlreichen Homepagetexte ansieht. Außerdem ist die Fanzinographie heute zu einem Doku-schatz geworden, das außer der Geburt und der Kindheit des Trodox auch die damlige Szene beleuchtet.

Eine kleine Geschichte soll hier auf jeden Fall Erwähnung finden, die der Namens-findung unserer Zeitschrift. Klaus Lehnen hatte wie erwähnt in der Ruhrredaktion schon vor dem Trodox in der Redaktion eines reinen Schwarze Auge-Fanzines gearbeitet, dem Pegasus, der dann mit der Nummer acht eingestellt wurde. Klaus hatte als einziger Lust, weiter in der Rollenspielszene präsent zu sein. Was lag da näher, als in seinen eigenen ersten Gehversuchen als Autor zu suchen? Und so heißt unsere Zeitschrift wie der Drache, von dem der erste Artikel Klaus Lehnens in dem damaligen Fanzine Gamemaster News erzählt.

In den Anfangstagen wurde der Trodox eher belächelt, weil sein Stil ziemlich un-gewöhnlich war. Das Heft wurde noch halb per Computer/Schreibmaschine (aus heutiger Sicht historische Geräte wie der Commodore Amiga 500, der Atari ST oder die Sharp Pa-1050 und die Brother WP-1) und halb per Hand erstellt. Jeder Artikel hatte seinen eigenen handgezeichneten Rahmen, was das Heft kunterbunt wirken ließ. Die Seitenzahlen waren damals wegen der Handarbeit noch vergleichs-weise niedrig. Üblich waren Ende der 80 Jahre ca. 28 Seiten im Schnitt. Der Trodox fing mit 24 Seiten A5 an, war also etwas dünner. Die Folgenummern wuchsen dann aber immer mehr bis auf 56 Seiten, ebenso die Auflage von 25 auf 300 Hefte.

In den ersten drei Jahren des Trodox hatten wir mit regelmäßigen Verrissen zu kämpfen. Das lag unter anderem an Artikeln wie abgedruckten Songtexten be- kannter Bands oder veraltetem Material. Einige Kritiker hatten also durchaus recht, die meisten aber passten sich lediglich einem Trend an, den der Trodox nicht verfolgte. Jedes Zeit hat eben ihre Moden. Dabei sind wir oft sehr unfair angegangen worden, bis hin zu unsachlichen Beschimpfungen. Aber gerade das hat unseren weiteren Weg stark geprägt. Aus Trotz macht man eine ganze Menge, bis sich dann irgendwann das sichere Empfinden für Qualität einstellt. Als 16-jährige hatten wir genug mit uns selbst zu kämpfen und haben uns viel stärker beeinflussen lassen.

Heute steht unser Fanzine relativ einsam auf weiter Flur da. Nur wenige alte Weg-gefährten gibt es noch (z.B. Die Greifenklaue). Bis zum Anfang des neuen Jahr-tausends wütete ein beispielloses Fanzinesterben. Einige überlebten noch eine Zeit als Onlinezines, aber im Grunde kann man heute leider nicht mehr von einer Fanzineszene sprechen. Dabei finden wir, dass das Blättern in einem Heft und der Geruch des Drucks immer noch jedes PDF alt aussehen lassen - auch wenn wir es in zwischen selbst zusätzlich anbieten.

Eine schrumpfende Szene hat leider noch andere Auswirkungen. Wir suchen immer nach neuen Mitarbeitern, die zu finden leider immer schwerer wird. Das Kommen und Gehen in der Redaktion und bei den Mitarbeitern hat es bei uns aber schon immer gegeben. Das hält den Laden lebendig, reißt aber auch Löcher.

Eine sehr ergiebige Quelle für den Trodox waren und sind die Arbeitsgemein-schaften. Über vier Jahre lang unterstützte uns die AG Spiele der Graf-Friedrich-Schule in Diepholz, bevor sie dann eingestellt wurde. Danach übernahm die AG Spiele des Gymnasium Rahden diese Aufgabe. Es wurden Brettspiele und Rollen-spiele getestet, Turniere ausgetragen und manchmal auch Abenteuer entworfen und testgespielt. 2010 war damit dann aus Zeitmangel vorerst Schluss. Schade - denn gerade zu dem Zeitpunkt lief der Laden richtig gut. 35 Schülerinnen und Schüler trafen sich regelmäßig mindestens einmal pro Woche für drei Stunden.

In der Trodox-Redaktion haben wir, bis ich als einziger Redakteur übrig geblieben bin, unregelmäßig unsere Konzepte durchgesprochen, die ich dann umgesetzt habe. Die Arbeitsteilung war eindeutig und auch zur Zufriedenheit aller Beteiligten ge-regelt. Als Klaus noch beim Trodox war, sah das etwas anders aus. Ich habe mir alte Briefwechsel zwischen uns durchgelesen, in denen es vor lauter Idealismus auf beiden Seiten ganz schön gekracht hat. Zum Glück hat das dem Trodox genutzt. Ein Tipp an mutige Neueinsteiger: Erstmal eine Nacht drüber schlafen (die Waffen kann man dann immer noch wetzen) und mit dem Alter wird man wirklich ruhiger.

Die größten Rückschläge in der Laufbahn des TX waren die Nummer drei, die ein halbes Jahr später als geplant erschien und fast ausschließlich veraltete und un-brauchbare Artikel enthielt, und natürlich die Nummer acht. Letztere hat einen verdammt guten Inhalt. Der größte Teil war stimmungsvolle Hardware. Leider vermurkste die Druckerei das Titelbild so furchtbar, dass die Nummer über Läden nicht mehr zu verkaufen war. Wir haben später einige Hefte mit einem ver-besserten Cover nachgerüstet.

Der zweite Hammer bei der Nummer acht war der unangekündigte Ausstieg von Klaus Lehnen aus der Redaktion. Die zugesandten TX-Hefte lagen monatelang bei ihm im Keller. Wir mussten den Druckkostenanteil von Klaus bezahlen, verloren drei Läden und konnten einige Abonnenten nur mit starker Verspätung beliefern, ganz zu schweigen von den Kunden aus dem Ruhrpott, die den TX nicht bekamen. Fast die halbe Auflage blieb liegen. Bis heute haben wir den Kontingentumfang beim Ladenvertrieb von vor der Nummer acht nicht wieder erreicht. Das liegt allerdings hauptsächlich daran, dass sich die Vertriebswege geändert haben (Online-Shops, ebay, hood, ...) und der Trodox bisher immer nur ein Hobby war. Ihn in ein Hochglanz-Vierfarb-Heft umzuwandeln war zeitweise finanziell sogar kein Problem. Man hat uns sogar schon solche Angebote gemacht. Nur ist der Arbeitsaufwand dann einfach zu groß für etwas, das nebenbei läuft.

Mit Klaus Ausstieg bröckelte auch der Rest der Ruhrpottredaktion schnell dahin. Nachdem sich der Rauch über die Jahre verzogen hat und die Gemüter wieder kühler geworden sind, hat uns Klaus vor Jahren zum zehnjährigen Jubiläum gratuliert. Ein dauerhafter Kontakt zu einem Mitglied aus der Gründerredaktion ist aber nicht mehr zu Stande gekommen. Anja Wiemann, Ingo Schmitt und Klaus Lehnen sind auch über das Internet nicht mehr aufzuspüren.

Ach ja, und dann war da jüngst noch der Fluch des Trodox, wie er in Szenekreisen schon genannt wird. Die bisher längste Pause hatten wir mehreren Computer-pannen der Extraklasse zu verdanken, die mehrfach unseren aktuellen Daten-bestand zerstörten. Daraus könnte man einen ganzen Roman machen (und ihn dann Microsoft widmen).

Aber nicht, dass hier der Eindruck entsteht, die Pannen wären alles gewesen, was von all den Jahren Trodox geblieben wäre. Der Trodox ist auch nicht nur das Heft, sondern eine ganze Menge mehr. Am 18.8.90 fand zum Beispiel der erste und bisher einzige TX-Con statt, das 1. Neukirchen-Vluyner Rollenspieltreffen. Es war ein sehr kleiner Con. 30 Leute kamen, also eigentlich nur eine Mammutrollenspielrunde. Dafür war die Stimmung hervorragend und der Organisationsaufwand gering. Es reichte, um Kontakte zu knüpfen und sich auszutauschen. Trotzdem hatte es während der Planungsphase innerhalb des Con-Teams so große Reibereien gegeben, dass Klaus Lehnen und Anja Wiemann keine Lust mehr auf eine Neuauflage ver-spürten. Im Juli 1991 entwarf Anja ein T-Shirt mit dem TX-Drachen, ein Motiv, das später auch für ein Titelbild benutzt wurde.

Dass wir ab der Nummer acht den Zusatz Halls of Arcane (Hallen des Obskuren- etwas ungelenk übersetzt) im Namen hatten, lag an der Neustrukturierung der Redaktion. Nachdem die Ruhrredaktion ausgestiegen war, fusionierten wird mit dem Fanzine Warriors Prayer von Armin Heisiep. Armin ist inzwischen nicht mehr in der Szene aktiv, aber einer seiner Mitarbeiter umso mehr, Christian Lonsing. Auf Cons fragten uns Rollenspieler immer wieder, ob der Trodox ein englisches Heft sei. Schließlich waren es sogar so viele, dass wir aus Halls of Arcane kurzerhand Ars Arcana machten. Das ergibt mehr Sinn - und eine lateinische Rollenspielzeitschrift unterstellt wohl niemand.

Am 3. Oktober 1991 saßen Ingo und Klaus bei Radio KW, einem Regionalradio-sender im Ruhrgebiet, und wurden eine Stunde lang zum Trodox und zum Rollen-spiel interviewt. Musik gab es natürlich auch reichlich dazu. Einen Mitschnitt der Ursendung findet ihr auch auf unserer Trodox-CD. Interessant am Rande finde ich bis heute, dass wir von der Nordredaktion die Südreaktion immer im Ruhrpott verortet haben und die Südredaktion immer sagte, wir kämen aus der Nähe von Bremen. Dabei ist beides etwas großzügig beschrieben (Neukirchen-Vluyn und Diepholz).

Im Laufe der Jahre liefen neben dem eigentlichen Fanzine zudem noch andere Pub-likationen. Vom Pegasus her stammend wurde die Serie TXM (Trodox-Markt) weiter fortgesetzt. Das waren Abenteuer von Fandomlern, die für ein paar Mark verkauft oder gegen andere selbst verfasste getauscht wurden. Anfangs wurde bei den Preisen (drei bis sechs Mark) ein Teil für die Autoren als Honorar abgezwackt. Durchgesetzt hat sich der TXM wohl deshalb nie. Die Amateur-Abenteuer waren zu teuer. Vor allem beim Layout haperte es. Sie wurden einfach direkt vom Manu-skript kopiert. Obwohl schon einige wirkliche Bonbons darunter waren, z.B. Das Elfenrätsel von Thomas Finn, lohnte sich der Aufwand bald nicht mehr. TXM wurde mit der Nummer drei des TX schließlich eingestellt. Seither haben wir uns einige Male mit dem Gedanken getragen, das Projekt wieder aufleben zu lassen. Aber bei der Schwemme an Abenteuern im Internet lohnen Printversionen kaum, wenn es sich nicht um sehr spezielles oder extrem gefragtes Material handelt. Ein Mit-arbeiter von Störtebekers Logbuch, einem anscheinend inzwischen ebenfalls verblichenen Fanzine, erkundigte sich vor Jahren, ob er die Idee übernehmen könne. Dagegen hatten wir natürlich nichts. Konkretes habe ich allerdings nicht gesehen und man kann die Sache wohl vorerst als erledigt betrachten.

Ein eigenes Rollenspiel aus der Feder von Klaus Lehnen und Ingo Schmitt, Das Keroon, wurde ebenfalls veröffentlicht. Die Ruhrpottrunde hatte sich damals auf Das Schwarze Auge und Cthulhu eingeschossen. Was lag näher, als eine Synthese aus beiden Systemen mit eigenen Ideen zu vermischen und zu publizieren. Leider blieb dabei nicht viel an eigenem Profil übrig wie seinerzeit bei nahezu allen Fan-Rollenspielsystemen.

Einen großen Anteil am Trodox hatten auch immer unsere Serien. Anfangs waren sie wirklich als aufeinander aufbauende Teile konzipiert, wie unsere erste Reihe Shondaran. Sie war eine Fantasy-Regionsbeschreibung mit Abenteuern, die aber nie völlig ausgestaltet wurde. Klaus und Ingo stiegen leider vor Abschluss aus. Die erste Reihe danach war der Canopuswald von Andreas Schäpel und anderen Autoren, eine Fantasy-Reihe, die in etlichen Teilen Thriller, Horror, Action und historische Bedürfnisse befriedigte. Die Teile bauten auch nicht mehr so deutlich aufeinander auf, dass die einzelnen Teile für sich nicht mehr nutzbar waren. Dem selben Prinzip folgend veröffentlichten wir auch die dreiteilige Fantasy-Kampagne Banner im Sturm, die mit ausgearbeiteten Schauplätzen und sechs Szenarien für viel Spielstoff sorgte zund atmosphärisch ein echtes Highlight war.

Fantasy-Material ist zwar bis heute immer noch am beliebtesten bei Rollenspielern, aber wir wollten auch andere Settings bedienen. Die Zwischenstufe dahin war die Serie Kerimon, die zumindest strukturell bis dahin einzigartig war. Dirk Taeger, der Autor, hatte ein kleines Fantasyepos um das von Menschen unterdrückte Volk der Felen geschrieben, das wir in zwei Heften auf knapp 100 Seiten veröffentlichten. Es folgten Inhaltsübersichten, die den schnellen Zugang zu allen Kapiteln ermöglichten, sowie Namenslisten und Register zur Orientierung. Das Ganze haben wir dann mit mehreren Rollenspieladaptern als Großabenteuerkampagne spielbar gemacht. Dieses Konzept kam bei den Lesern gut an.

Bei den Serien haben wir uns danach erstmals mit unserer Shadowrun-Ägypten-Reihe vom Fantasygenre gelöst. Cyberpunk in Ägypten war von Stargate inspiriert, sollte aber bodenständiger bzw. eigenständiger sein. Nach einigen weitgehend sachlich zu lösenden Abenteuern gipfelte die Reihe dann in einem apokalyptischen Run.

Aktuell bringen wir immer mehr Material für die Systeme Midgard 1880, Cthulhu und vor allem für das Detektivrollenspiel Private Eye. Dazu gehören neben einigen umfangreichen Modulen von Jan Christoph Steines (Der Sturm und Kleine Fische) und Reinhard Kotz (Stolz und Gerechtigkeit) auch die Serien um Edgar Allan Poes Detektiv Auguste Dupin und immer wieder auch klassische Kriminalfälle, die wir für das Spiel aufbereiten.

Für die Zukunft haben wir noch einige Pläne. In den Schubladen stecken noch allerhand interessante Projekte, die leider vielfach noch nicht spruchreif sind. Dazu zählt zum Beispiel ein kompletter Roman, der als spielbare Geschichte, also mit Rollenspieldaptern, veröffentlicht werden soll. Auf jeden Fall werden wir auch weiter ein sehr breit gefächertes Angebot für das Rollenspiel bieten. Das hängt auch damit zusammen, dass wir selbst offen für neue Systeme sind. In meinen Regalen lümmeln sich über 100 Rollenspielsysteme. Da gibt es noch viele Möglichkeiten.

Pegasus, Trodox, Trodox’Halls of Arcane, Trodox Ars Arcana - ein langer Weg seit 1987, auf dem eine Menge passiert bist. Bedingt durch familiäre Veränderungen und den Beruf kann der Trodox aktuell höchstens einmal pro Jahr erscheinen. Deshalb gibt es auch schon lange keine neuen Abos mehr. Es gibt aber immer mal wieder Interessenten, die etwas für den Trodox schreiben wollen. Leider war bisher noch keiner dabei, der auch auf Dauer in die Redaktion hätte einsteigen wollen. Wenn sich jemand fände, könnte der Trodox auch wieder öfter erscheinen ;)

Nils Rehm
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Die ersten Jahre-
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Erster A4-Versuch
Ausweitung des
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Ein ganzer Roman
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Ein ganzer Roman
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Jubiläums-
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Der Trodox
ist das älteste
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Deutschlands
Nach dem
„Fluch des Trodox“